Werkstoff

 


 

Home 
Werkstoff 
Lexikon 

 

Kleine Erklärung........

Ich höre jedes mal wenn es um Tauchausrüstung geht das Wort EDELSTAHL oder INOX , NIROSTA , VA und wie alle die tollen Begriffe heißen. Beruflich bin ich in der Schweisstechnik seid mehr als 20 Jahren in beratender Funktion tätig.

Zum Einsatz bei einer Tauchausrüstung sollte nur eine 316Ti Legierung zum Einsatz kommen weil.........Salzwasser-Korosionsbeständig !! Ti steht für Titan und der Stahl wird hier an den Korngrenzen zusätzlich durch diesen Werkstoff stabilisiert.

Aber nochmal zum Verständnis :

Edelstahl (nach EN 10020) ist eine Bezeichnung für legierte oder unlegierte Stähle mit besonderem Reinheitsgrad, zum Beispiel Stähle, deren Schwefel- und Phosphorgehalt (sog. Eisenbegleiter) 0,025 % nicht übersteigt. Häufig sind danach weitere Wärmebehandlungen (z. B. Vergüten) vorgesehen.

Die alleinige Begriffsdefinition, ein Edelstahl sei ein „chemisch besonders reiner“, „rostfreier“ oder „nichtrostender“ Stahl, ist ungenau bzw. falsch. Ein Edelstahl muss nicht zwangsläufig den Anforderungen eines nichtrostenden Stahls entsprechen. Trotzdem werden im Alltag häufig nur rostfreie Stähle als Edelstähle bezeichnet. Ebenso muss ein rostfreier Stahl nicht unbedingt auch ein Edelstahl sein. Der Legierungsbestandteil-Anteil der verschiedenen Sorten Edelstahl (niedrig- oder hochlegiert) ist jedoch genauestens definiert.

 

Eingeschränkt Nutzbar im Süßwasser :

WNr. 1.4301 (X5CrNi18-10), AISI 304 *(V2A)

Ein austenitischer, säurebeständiger 18/10 Cr-Ni-Stahl, der wegen seines niedrigen Kohlenstoffgehaltes nach dem Schweißen bei Blechstärken bis 5 mm auch ohne nachträgliche Wärmebehandlung interkristallin beständig ist. Er ist für eine Temperaturbeanspruchung bis 600 Grad Celsius zugelassen. Bei höheren Arbeitstemperaturen sollte der titanstabilisierte Stahl nach WNr. 1.4841 verwendet werden. Die Schweißbarkeit ist nach allen elektrischen Verfahren gut, ein Gasschmelzschweißen sollte nicht angewendet werden. Der Stahl hat eine sehr gute Polierfähigkeit und eine besonders gute Verformbarkeit durch Tiefziehen, Abkanten, Rollformen etc. Bei der Zerspanung muss wegen der Neigung zur Kaltverfestigung mit Werkzeugen aus hochlegiertem Schnelldrehstahl oder Hartmetall gearbeitet werden.

Verwendung:
Der Stahl ist gegen Wasser, Wasserdampf, Luftfeuchtigkeit, Speisesäuren sowie schwache organische und anorganische Säuren beständig und hat sehr vielfältige Verwendungsmöglichkeiten wie z. B. in der Nahrungsmittelindustrie, bei der Getränkeproduktion, in der Pharma- und Kosmetikindustrie, im chemischen Apparatebau, in der Architektur, im Fahrzeugbau, für Haushaltsgegenstände und -geräte, für chirurgische Instrumente, im Schank- und Küchenbau, bei Sanitäranlagen, für Schmuckwaren und Kunstgegenstände. Die Korrosionsbeständigkeit wird durch das Elektropolieren wesentlich erhöht. Dies wird insbesondere in der Pharma-, Lebensmittel-, Medizin- und Fassadentechnik gefordert. Ungeeignet ist dieser Cr-Ni-Stahl für Anwendungen in Schwimmbädern (s. a. Spannungsrisskorrosion).

 

Der richtige Stahl für alles wenns um Tauchen geht :

WNr. 1.4571 (X6CrNiMoTi17-12-2), AISI 316Ti,* (V4A)

Nach allen bekannten Schweißverfahren gut schweißbar. Eine Wärmebehandlung nach dem Schweißen ist im Allgemeinen nicht erforderlich. In Sonderfällen, wenn der Abbau von Schweißspannungen aus korrosionschemischen Gründen zweckmäßig erscheint, sollte eine Wärmebehandlung erfolgen (z. B. 1/2 Std. bei 900 °C). Gute Duktilität. Wie bei 1.4541 sollte für spanabhebende Bearbeitung nur gut geschliffenes Werkzeug verwendet werden. Die Stähle sind polierfähig. Durch den Einschluss von sehr harten Titancarbiden können beim mechanischen Schleifen jedoch Riefen durch Aus- und Mitreißen der Titancarbidkörner in der Oberfläche erzeugt werden. Diese werden jedoch auf Grund des Zusetzens mit Schleifstaub erst nach dem Elektropolieren sichtbar. Diese Oberflächenstruktur ist in vielen Fällen für den Einsatz im pharmazeutischen Anlagenbau ungeeignet.

Verwendung:
Die erhöhte Beständigkeit gegen Korrosion und Lochfraß prädestiniert diese Stähle für den Einsatz vor allem auf dem weiten Gebiet des chem. Apparatebaus. Weitere Anwendungsgebiete: Kernkraft, Vakuumtechnik, Instrumentierung im Reaktorbau, U-Boot Bau, Ofenbau, Transsulfit, Sulfit-, Zellstoff-, Textil-, Farben-, Fettsäure-, fotochemische und pharmazeutische Industrie. Dieses Material wird auch vermehrt in der Abgastechnik verwendet.

* Anmerkung: AISI (American Iron and Steel Institute) ist die amerikanische Werkstoffbezeichnung.

 

 

Woher kommen die Synonyme ??

Synonyme für nichtrostenden („rostfreien“) Stahl sind

  • Edelstahl rostfrei, allgemeinsprachlich fälschlich auch kurz Edelstahl genannt. (Fachsprachlich wird die Bezeichnung Edelstahl für Stahlsorten mit besonders hoher Reinheit verwendet, die nicht zwangsläufig hochlegiert und rostfrei sein müssen.)
  • die englischen Bezeichnungen Stainless steel oder kurz Stainless
  • Inox (vom französischen inoxydable gebildet, was soviel bedeutet wie „nicht oxidierbar“ oder „rostfrei“)
  • Cromargan, Handelsname von WMF
  • Nirosta, Markenname der Nirosta (ThyssenKrupp Stainless) wird selten auch Nieroster oder Niroster geschrieben.
  • VA-Stahl

In Deutschland werden zwei Stahlsorten besonders bezeichnet, dies sind

  • V2A (Versuchsschmelze 2 Austenit, entstand 1912 für Legierungs-Typ X12CrNi18-8 oder auch 1.4300 genannt), wird heute NICHT mehr hergestellt.

Die Bezeichnung V2A wird heute für den Nachfolger 1.4301 (X5CrNi18-10) verwendet.

  • V4A (ähnlich V2A, jedoch zusätzlich mit 2 % Mo legiert, was diesen Stahl widerstandsfähiger gegen Korrosion in chloridhaltigen Medien macht – Salzwasser, Schwimmbäder, chemische Industrie etc.)

Die allgemeine Bezeichnung für V4A ist 1.4401 (X5CrNiMo17-12-2)

Diese Namen sind jedoch keine Synonyme für rostfreien Stahl im allgemeinen, sondern bezeichnen jeweils eine bestimmte Stahlsorte. Das Synonym VA-Stahl leitet sich von diesen Bezeichnungen ab. Weniger bekannt und benutzt sind die weiteren VA-Stahlsorten V1A, V3A und V5A.